keyboard_arrow_down phone-call email

Verfahrensdokumentation mit BAFA-Beratungsförderung

 

Die bundesweite Förderung zur Verfahrensdokumentation

In letzter Zeit kommen vermehrt Steuerberater auf mich zu, die die Erstellung der Verfahrensdokumentation für den Mandanten fördern lassen möchten.

Grundsätzlich sollte dabei berücksichtigt werden, ob das voraussichtliche Honorar für die Leistungen des Steuerberaters bis zu ca. 3.000 / 4.000 EUR netto beträgt oder mindestens 5.000 EUR.

Je nach Preiskategorie ergeben sich 2 unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung. 

Für die Kategorie bis 3.000 und 4.000 EUR ist die BAFA-Beratungsförderung geeignet, die in diesem Beitrag thematisiert wird. Für Honorare über 5.000 EUR wird ein anderes Förderprogramm, sprich go-digital, eher geeignet sein.

Der Hintergrund besteht darin, dass die BAFA-Beratungsförderung im ersten Schritt nur ein förderfähiges Beratungskontingent von ca. 3.000 – 4.000 EUR ermöglicht.

Go-digital hingegen ermöglicht bis zu 33.000 EUR netto förderfähige Kosten.

 

3 Unternehmenskategorien

Die BAFA-Förderung teilt Unternehmen, die bezuschusst werden, in 3 Kategorien ein.

Die erste Kategorie sind Jungunternehmen, die nicht mehr als 2 Jahre am Markt sind. Die 2 Jahres-Grenze bezieht sich auf den Tag der Gewerbeanmeldung bzw. Tag der Eintragung im Handelsregister.

Unternehmen, die älter als 2 Jahre sind, sind in den Augen des BAFA Bestandsunternehmen.

Die Einteilung in Jung- und Bestandsunternehmen ist für das mögliche förderfähige Beratungskontingent relevant.

Jungunternehmen können bis zu 4.000 EUR netto und Bestandsunternehmen bis zu 3.000 EUR netto Beratungskosten gefördert bekommen.

Die dritte Gruppe – Unternehmen in Schwierigkeiten – wird nicht Teil dieses Beitrags sein, da bei dieser Unternehmenskategorie zuerst der Fokus in der Beratung auf die Beseitigung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten gelegt werden sollte und nicht direkt auf die Erstellung einer Verfahrensdokumentation.

Nebenbei gesagt, die dritte Unternehmenskategorie ist spannend, da hier pauschal eine 90 %-ige Bezuschussung auf das Honorar des Beraters für das Unternehmen gewährt wird für bis zu 6.000 EUR förderfähige Kosten.

 

Welche Voraussetzungen bestehen für Steuerberater und Mandant?

Um den Mandanten die Förderung zu Gute kommen zu lassen, müssen Steuerberater bzw. das Beratungsunternehmen beim BAFA autorisiert sein.

In der Praxis erlebe ich häufig, dass die Autorisierung für Kanzleien sehr zäh ist, da das BAFA verschiedenste Unterlagen und Ausarbeitungen von der Kanzlei fordert, die Stunden oder im schlechtesten Fall auch einige Tage in Anspruch nehmen können.

Aus diesem Grund habe ich ein rundum-sorglos Paket zur Autorisierung für Steuerberater entworfen. Die Autorisierung wird nahezu vollständig durch mich durchgeführt.

Auf der Seite BAFA-Beratungsförderung können Sie weitere Informationen zu Ablauf, Unterlagen und Kosten der Autorisierung erhalten.

Die Autorisierung ist in der Regel ein einmaliger Aufwand für Kanzleien.

 

Im Rahmen der Autorisierung der Kanzlei erhalten Sie eine sechsstellige offizielle BAFA-ID, die im Antrag angegeben wird.

Ihr Mandant kann bis zu 250 Mitarbeiter beschäftigen. Für die Förderung ist es nicht relevant, ob Ihr Mandant gewerblich oder freiberuflich organisiert ist.

Eine Ausnahme bei Unternehmen muss jedoch berücksichtigt werden: Diejenigen, die sich als Berater listen lassen können (z.B. Unternehmensberater, Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare) können nicht gleichzeitig auch die Beratungsförderung über das BAFA in Anspruch nehmen.

Zudem dürfen bei Berufsgruppen wie Ärzten, Physiotherapeuten und Heilberuflern nicht zu umsatzsteigernden Maßnahmen beraten werden.

 

Wie sieht eine geförderte Beratung in der Praxis aus?

Die alleinige Erstellung der Verfahrensdokumentation reicht nicht aus, um die Förderung zu erhalten.

Grundsätzlich gilt: Tätigkeiten, die nur deklarierenden oder beschreibenden Charakter hat, sind nicht konzeptionell-beratend.

Die förderfähige konzeptionelle Beratung definiert sich darüber, dass Schwachstellen im Unternehmen – sprich beim Mandanten – identifiziert werden, die Ursachen der Schwachstellen aufgezeigt werden und anschließend Handlungsempfehlungen mit betriebsindividuellen Anleitungen zur Umsetzung in die Praxis gegeben werden.

Der wichtigste Aspekte für die Förderung ist dabei die Handlungsempfehlung mit Anleitung zur Umsetzung in die Praxis.

Der Hintergrund besteht darin, dass die Förderung den Unternehmen eine Hilfestellung sein soll, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Dieses Ziel wird natürlich nicht mit einer deklarierenden Tätigkeit erreicht, sondern mit einer Beratung, die auch die Verbesserungen für den Unternehmer verständlich erklären und einen Lösungsweg aufzeigen kann.

Die Beratung zur Verfahrensdokumentation würde im Antrag sehr wahrscheinlich bei den meisten Beratern unter „Allgemeine Beratung zu organisatorischen Fragen der Unternehmensführung” als förderfähiges Thema fallen.

Der Antrag auf die Förderung einer Beratungsleistung ist online zu stellen und bedeutet für die meisten Berater einen Aufwand von ca. 5 – 10 Minuten.

Da der Antrag auf Beratungsförderung online verschickt und elektronisch beim BAFA geprüft wird, ist auch eine Inaussichtstellung der Förderung nach 1-3 Tagen da. Das heißt, dass Sie nach 1-3 Tagen nach Antragstellung mit der Beratung förderunschädlich beginnen können. 

Bei der BAFA-Beratungsförderung ist aber zu berücksichtigen, dass mit dem ersten Schreiben keine direkte Bewilligung der Förderung gewährt wird.

Die Gewährung des Zuschusses wird erst anhand der Dokumentation, hauptsächlich durch den Beratungsbericht, geprüft und entschieden.

Ein besonderes Augenmerk ist also auf die Einhaltung der Dokumentation zu legen. foerderquelle schult in der förderkonformen Abwicklung des Antrags und Dokumentation der BAFA-Beratungsförderung und übermittelt bei Bedarf auch anonymisierte Beratungsberichte, die Sie in der Praxis verwenden können.

Weitere Arbeitshilfen werden Ihnen auch elektronisch übermittelt. Dazu zählt z.B. die Definition von Regionalpartnern, Leitstellen sowie ein Leitfaden von Antrag bis Zuschuss.

Diese finden Sie ebenfalls auf der Leistungsseite zur BAFA-Beratungsförderung.

 

Verbesserungsempfehlung in der Verfahrensdokumentation ist Pflicht!

Die ersten zwei Phasen – Schwachstellen identifizieren und Ursachen der Schwachstellen benennen – kann im Rahmen der Verfahrensdokumentation ohne Mehraufwand abgebildet werden.

Sie beschreiben und dokumentieren ja die Prozesse. Wenn Sie einen ineffizienten Prozess identifizieren und die Ursachen angeben sind schon zwei Drittel der Arbeit getan, um die Förderung zu erhalten.

Im Rahmen der Digitalisierung von Prozessen haben Sie vielfältige Ansatzpunkte, um beim Mandanten Verbesserungsempfehlungen mit Anleitungen zur Umsetzung in die Praxis zu geben. 

Und dieser letzte Schritt ist absolut notwendig, sodass die Förderung gewährt wird.

Als Beispiel: Beim Mandanten finden in der Buchhaltung viele Medienbrüche statt. Um Belege einzupflegen und dem Steuerberater zu übermitteln, müssen Telefonate geführt, ins System geschaut, die Post durchgewühlt werden und mehr. Kurz: Die Medienbrüche beim Mandanten führen dazu, dass sehr viel Zeit verloren geht.

Konzipieren Sie für den Mandanten eine medienbruchfreie, digitale Lösung zur Abarbeitung der Belege, ist dies eine konzeptionelle Beratung und damit förderfähig!

Die Dokumentation der Beratung erfolgt hauptsächlich über den Beratungsbericht. Der Bericht stelle jedoch keine Anforderungen an den Umfang des Texts. Wichtig ist hier: Halten Sie das Schema ein – Schwachstellen identifizieren, Ursachen der Schwachstellen benennen, Verbesserungsempfehlungen mit betriebsindividuellen Anleitungen zur Umsetzung in die Praxis geben.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

English English German German